Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohl geht, so geht’s euch auch wohl.

Wir sind seit Wochen in die Veränderung geworfen. Die Krise krempelt weite Teile unseres gesellschaftlichen Lebens um. Sie zeigt uns schon heute, dass die gestrige „Normalität“ lange, vielleicht sogar nie mehr, zurückkehren wird.

Wir müssen uns auf eine neue Wirklichkeit einstellen. Vielleicht nicht überall und überall gleich. Aber spür- und sichtbar. Viele von uns haben auch schon längst begonnen, sich auf die neue Realität einzustellen.

Was viele schon tun: beim Einkaufen oder in Bus und Bahnen eine Mund-Nasenmaske tragen. Schon länger halten wir Abstand voneinander. Wir schauen beim Bezahlen im Laden auf den Boden. Wo sind die Markierungen? Dass eine Veranstaltung stattfindet ist eher außergewöhnlich. Wir trauen uns nicht mehr in größere Menschenansammlungen. Wir treffen Freunde und Familie an Telefon und Bildschirm.

Wie im falschen Film… oder einer anderen Welt.

Unser Monatsspruch vom Oktober passt da sehr gut in die gegenwärtige Situation, dieser stammt aus der Zeit des babylonischen Exils. Der Krieg war verloren, Jerusalem und der Tempel zerstört und große Teile des Volkes nach Babylon zwangsdeportiert.

Und dann saßen sie als Fremde im fremden Land. Auch wie im falschen Film…

Vom Propheten Jeremia ist ein Brief überliefert, den er an die Menschen im fremden Land geschrieben hat. Einige Sätze daraus sind berühmt geworden: „Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum Herrn.“

Bisher haben wir diese Texte immer gelesen während wir uns selbst wohl gefühlt haben und es uns gut ging. In diesen Tagen ist das anders. Wir sind vermutlich den ursprünglichen Adressaten gefühlsmäßig näher gekommen: wir kommen uns selbst vor wie im falschen Film. Wie an einem Ort, den wir uns nicht ausgesucht haben. Gegen den wir uns wehren. Wir wollen das Alte zurück. Alles ist anders und wird vielleicht auch länger anders bleiben: dass man Menschen in Heimen oder im Krankenhaus nicht einfach besuchen kann. Dass man nicht davon ausgehen kann, dass Termine, Feste und Feiern mit anderen Menschen auch stattfinden können. Dass sich unser Einkaufverhalten verändern wird. Dass bei großen Zusammenkünften andere Regeln gelten als noch vor ein paar Monaten.

Oder noch schwieriger: Manche müssen auch um ihre Arbeit oder gar ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen. Weil es Berufe oder Arbeitsstellen gar nicht mehr gibt, die bis vor kurzem noch selbstverständlich waren.

Eine Krise. Für manche eine echte Katastrophe.

Der Prophet Jeremia hat für Gedanken ins Spiel gebracht, die helfen können:

Er sagt: Ja, es ist eine Krise. Und sie dauert lange. Stell dich darauf ein. Sie wird länger dauern als ihr denkt und unter Umständen länger als ihr lebt. Sie gehört jetzt zu Eurem Leben. Sie ist die neue Wirklichkeit. 

Wir tun gut daran, schnell zu lernen, dass diese Krise zu unserem Leben gehört. Es wird dauern. Und wir sollten Wege finden, damit gut umzugehen. Wie feiern wir Gottesdienst, wenn wir Abstand halten sollen und hinterher nicht unbeschwert Kaffee trinken können? Singen mit Mundschutz? Oder besser gar nicht singen? Sich herzlich begrüßen ohne sich anzufassen. Wie geht das? Ältere Leute als besonders schutzbedürftig sehen und sie trotzdem nicht isolieren.

Wir werden auf längere Zeit neue Verhaltensweisen einüben müssen und uns daran gewöhnen. Oder zumindest damit leben müssen.

Mich lehrt dies, dass das Ende einer Krise vor allem eine Einstellungsfrage ist. Wann endet eine Krise für mich. Wann nehme ich die Herausforderung an und gestalte in den veränderten Umständen mein und unser Leben.

Natürlich warten wir darauf, dass sich die gesetzlichen Bestimmungen wieder ändern. Natürlich hoffen wir auf ein Medikament und einen Impfstoff. Aber ist das dann das Ende der Krise?

Nein, eine Krise endet, wenn ich ein neues Ja zum Leben gefunden habe. Wenn ich meine Situation annehme wie sie ist und nach vorne schaue.

Oder, auch: die Krise endet, wenn ich danke sagen kann. Wenn ich etwas wirklich auch Gottes Hand nehme und mit ihm in die neue Zeit gehe.

Und in diesem Sinn wünsche ich uns allen, dass wir lernen, mit den neuen Lebensumständen klar zu kommen. Sie aus Gottes Hand zu nehmen und mit ihm in die Zukunft zu gehen.

 

David Nerz

 

 

 

 

Monatsspruch Juli:

Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg

vor dir. 1.Könige 19,7

Gott führt uns auch in schweren

Zeiten!

Vielleicht ging es Ihnen in den letzten Wochen und Monaten auch so, dass ein Punkt erreicht war, an dem man nicht mehr weiterwollte. Beherrschende Themen in allen Medien ist und war die Corona-Krise.

Vieles was man gewohnt war, wurde von einem auf den nächsten Tag anders. Lieb gewonnenen Freundschaften, Gewohnheiten, Vereinstreffen … alles nicht mehr möglich. Für viele eine abrupte Vollbremsung im Alltag. Die großen Fragen: Wie geht es weiter? Wie lange bleibt das jetzt so?

Nur noch in den eigenen vier Wänden sitzen lässt den Lebensmut auf ein Minimum sinken. Es fällt schwer sich zu etwas zu motivieren, da sich ja doch wieder alles schlagartig

ändern kann.

Und dann erlebt man, wie kleine Freuden schon die Lust neu erwecken können.

Die Freude an einem Spaziergang in der Natur, an einem guten Essen oder andere kleine Augenöffner. Und schon ist man wieder offen für neue Taten. Vielleicht auch für neue Dinge, die man schon immer     versuchen

 wollte, aber nie die Zeit dazu hatte.

So ähnlich ging es Elia aus dem Monatsspruch. Mit Gottes Hilfe konnte er dem Volk Israels in einer Machtprobe zeigen, dass Jahwe – und nicht Baal – der einzig wahre Gott ist. Das Brandopfer wurde durch das Feuer Gottes vom Himmel verzehrt, während Baals Opfer unberührt blieb. Infolgedessen musste Elia vor der Herrscherin fliehen und er fühlte sich komplett verloren. Das einzige, was er noch wollte war zu schlafen, ja sogar zu sterben. Zweimal wurde er von einem Engel geweckt, der ihm neue Lebensgeister  einhauchte und

ihm zu essen gab.

So wie Gott Elia einen Engel geschickt hat, so hilft er jedem von uns. Vielleicht hat sich in den letzten Wochen ja ein Mitmensch für Sie oder uns alle als Engel  erwiesen, der uns

in der Not geholfen hat.

Es zeigt sich, auch wir müssen in schwierigen Situationen nicht allein durchs Leben gehen. Gott ist bei uns, egal wie schwach und hilflos wir uns gerade   fühlen.  Auch  wenn  wir  Ihn

nicht sehen können.

Lars Calmbacher

Monatsspruch Mai:

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!   1.Petrus 4,10:

Wer in diesem Monat in der fortlaufenden Bibellese weiterliest, wird am 6.Mai genau diesen Text nochmals lesen.

Petrus schreibt an die Gemeinden in der heutigen Türkei. Ja, es ist der Petrus, den wir aus der Ostergeschichte kennen – der Jesus drei Mal verleugnet hat, bevor der Hahn zwei Mal kräht.

In diesem Brief tröstet Petrus die Gemeinde und mahnt sie den Glauben ernst zu nehmen. Ja, es ist nicht einfach sich zu outen. Die anderen feiern ihren Gottesdienst, der für Christen ein Götzendienst ist, sie feiern Feste bei denen ein Christ sich versündigen wird. Also, sagt Petrus, bleibt fern, outet euch, aber verurteilt die anderen nicht. Sondern zeigt ihnen, was ihr glaubt. Jesus ist für uns, für jeden von uns, gestorben und wieder auferstanden. Zeigt ihnen Gottes Liebe und Willen mit uns Menschen.

Wie soll die Gemeinde auf die Diskriminierung und den Spott reagieren? Sich zurückziehen, abschotten oder sich gewaltsam wehren?

Nein, sagt Petrus – so nicht. Zeigt und lebt eueren Glauben von Jesus, eurem Retter. Dient einander, d.h. gebt dem anderen etwas von dem weiter, was ihr von Gott empfangen habt.
Helfende Hände, Hoffnung weitergeben, einen guten Rat haben, trösten können, Mut machen, Freude schenken, einen (Aus-)weg zeigen – viele, viele Gaben hat uns Gott geschenkt. Und diese Gaben sollen wir weitergeben, an Christen und Nicht-Christen. Dazu dürfen, sollen und müssen wir die christliche Energiequelle nutzen – Jesus.

Stefan Weller hat dies so formuliert:


Was ich erträume, hast du schon getan. Seh ich den Weg nicht, gehst du ihn voran. Was ich auch denke bei Tag und bei Nacht, du, Gott, hast immer schon an mich gedacht.
Forme mein Wesen und führ meinen Sinn; bring mich zurück, wenn ich nicht bei dir bin.

Will meine Seele vor Sehnsucht vergehen, lass du ein Bild deiner Zukunft entstehn.

Volker Nerz

 

Monatsspruch April:

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.  1.Korinther 15,42

Bald ist Ostern! Diese Nachricht geht im Moment völlig unter. Man hat den Eindruck, die Zeit scheint stillzustehen und sich nur noch um ein Thema zu drehen: Corona. Dieses kleine Virus hat es schon jetzt geschafft, mehr Aufmerksamkeit zu erregen, als es Ostern für viele Menschen jemals hatte.

Beides ist beunruhigend, denn es zeigt auf der einen Seite, wie leicht wir Menschen uns von einem Thema dermaßen in den Bann schlagen lassen, dass wir alles andere darum herum verdrängen. Andererseits zeigt es aber auch, dass das höchste Fest der Christenheit mit dem Weihnachtshype nicht mithalten kann und somit immer mehr an Bedeutung verliert. Gehen Sie mal am Ostersonntag in den Gottesdienst (dieses Jahr nicht, aber sonst) und Sie werden viel Platz haben.

Wahrscheinlich hängt die zunehmende Bedeutungslosigkeit von Ostern einfach auch am Thema. Eine Jungfrauengeburt vermarktet sich nun mal besser als ein mit der grausamsten Methode der Antike zu Tode gekommener Störenfried.

Aber die Osterbotschaft hat es wahrlich in sich. Durch die Auferstehung Jesu von den Toten hat sich das Leben durchgesetzt gegen Sünde und Tod. Sie sind besiegt und haben ihre Macht über uns Menschen für immer verloren.

Durch den Glauben an Jesu Christi wird das, was dem Tode und der Verwesung geweiht war, umgemünzt in Auferstehung und Ewigkeit. Das ist die Botschaft von Ostern und von unserem Monatsspruch. Der Monatsspruch beinhaltet dabei nur eines von insgesamt vier Gegensatzpaaren, die der Apostel Paulus verwendet, um uns die Kraft der Auferstehung vor Augen zu führen. Im weiteren Verlauf des Korintherbriefs wird aus Unehre Herrlichkeit, aus Schwachheit Kraft und aus dem natürlichen Leib ein geistlicher Leib.

Also ohne Tod keine Auferstehung, ohne Karfreitag kein Ostern, ohne das Ablegen von alten und vielleicht schlechten Gewohnheiten kein neuer Mensch! Wer das glaubt und damit die Osterbotschaft ernst nimmt, der hat genügend Hoffnung und Zuversicht, um sich vor nichts zu fürchten!

„Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“

Martin Sautter

Er kennt unser Herz, unsere

Gedanken, unser Innerstes!

Wer kennt es nicht, ein Gespräch auf der Straße, einer Geburtstagsfeier oder der Weihnachtsfeier im Geschäft. Man kommt ins Gespräch, erzählt sich dies und das, gelegentlich auch von Begebenheiten aus dem Leben.

Manchmal hat man dabei das Gefühl, dass das Gegenüber wirklich interessiert ist und einem folgt. Es gibt aber auch Momente, in denen man nur einem Nicken gegenübersteht und das Gefühl hat, sein Gegenüber scheint eher abwesend zu sein. In diesem Moment würde ich manchmal zu gerne wissen, was der Andere denkt.  Eine Reaktion ist dabei verzögert und kann ganz anders sein als der Gedanke, den man im ersten Moment hat. Anstatt eines „das was du gerade erzählst klingt wirklich etwas übertrieben“, kommt nur ein „oh, das klingt aber interessant“. Doch ich kann es nicht wissen, denn wie heißt es schon in dem Volkslied: „Die Gedanken sind frei. wer kann sie erraten?“  

Diese Situation wird man wohl auch damals vorgefunden haben, als Salomo nach sieben Jahren Bauzeit den Tempel in Jerusalem mit einer fulminanten Feier einweiht.

Alle wichtigen Personen sind da, unzählige Opfertiere und Zeit sich zu unterhalten.

Salomo betet währenddessen vor der ganzen Menschenmenge und bittet dabei um einen Ort der Begegnung für Menschen mit Gott. Einem Ort, an den alle kommen dürfen, um angehört zu werden und mit Gott in Kontakt zu treten. Er betet dafür, dass Gott den Menschen das gibt, was ihnen zusteht, egal in welcher Situation.

Denn „du alleine kennst das Herz aller Menschenkinder“ (1.Könige 8,39). Was für eine Zusage. Denn Salomon weiß, was äußerlich sichtbar ist und gesagt wird, ist nicht immer das, was einen Menschen im Inneren bewegt. Gott beurteilt nicht nur unser äußeres Handeln, sondern auch unsere Gedanken und Motive.

Er weiß was unser Herz bewegt, beunruhigt, berührt, beschäftigt. Er weiß was ich brauche und kümmert sich darum, fürsorglich und persönlich. Er kennt mich und meine Gedanken, er versteht mich!

Tatjana Voll

 

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-qformat:yes; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin:0cm; mso-para-margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri","sans-serif"; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; mso-fareast-theme-font:minor-fareast; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi;}

Das wichtigste Spiel im Vereinsfußball war beendet. Der FC Barcelona hat das Champions League Finale am 6. Juni 2015 gegen Juventus Turin gewonnen. Mitten in dieser emotionalen Partylaune, mittendrin im hochoptimierten kommerziellen Fußballgeschäft, zwischen italienischer Niedergeschlagenheit und spanischem Siegestaumel – mitten im Blitzlichtgewitter plötzlich ein klares Bekenntnis für Gott.

Einer der besten Fußballspieler der Welt, Neymar streckt den Pokal nach oben und weist doch über sein unglaubliches fußballerisches Können hinaus. Neymar steht im Mittelpunkt – doch stellt er jemand anderes über sich, über sein Talent, über den Erfolg. „100% Jesus“, so steht es auf seinem weißen Stirnband.

Das ist ein starkes Zeichen in heutiger Zeit. Ein persönliches Glaubensbekenntnis. Kurz und doch mit lebensbezogener Tiefe. Woran glaube ich? Aus welcher Hoffnung lebe ich? Woraus schöpfe ich Stärke? In der Sportwelt, meinem Arbeitsleben, in Beziehungen, im Erfolg, in der Niederlage, Neymars Stirnbandbotschaft ist ein Lied seiner persönlichen Biographie. Ein Lied für Gott, den Schöpfer, den Retter, den Begleiter. Gott, der Herr, ist mein Lied? Mit Liedern verbinden wir in der Regel etwas Positives. Oft singen wir, weil wir gut gelaunt sind. Dann erfreuen wir uns an unserem Leben und es fällt uns leicht, Gott zu danken und zu loben. Als Spitzensportler glaubt Neymar sicher auch an sich, seine Fähigkeiten, ans Team – aber dabei bleibt er nicht. Wird er auch ein Vorbild für uns?

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden“ stammt aus der Zeit der Flucht  aus Ägypten. Nun erleben wir im Normalfall keinen Durchzug durchs Schilfmeer. Aber es kommt doch bei vielen Menschen immer wieder zu Situationen im Leben, die sie völlig aus der Bahn werfen und keine gute Perspektive zulassen. Dann ist es wichtig zu wissen, dass wir nicht allein sind auf dem Weg durch das Leben, durch eine Krise. Es ist gut zu wissen, dass der Gott, der Israel geführt hat, auch bei uns ist. Jesus Christus hat das in eindrücklicher Weise gezeigt und es uns zugesagt: Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Wenn wir uns darauf verlassen, dann werden auch wir sagen können: Gott ist mir zum Retter geworden. Durch ihn bin ich stark und ich kann davon ein Lied singen.

Oder eben so wie es auf Neymars Stirnband stand „100% Jesus.“

David Nerz