Er kennt unser Herz, unsere

Gedanken, unser Innerstes!

Wer kennt es nicht, ein Gespräch auf der Straße, einer Geburtstagsfeier oder der Weihnachtsfeier im Geschäft. Man kommt ins Gespräch, erzählt sich dies und das, gelegentlich auch von Begebenheiten aus dem Leben.

Manchmal hat man dabei das Gefühl, dass das Gegenüber wirklich interessiert ist und einem folgt. Es gibt aber auch Momente, in denen man nur einem Nicken gegenübersteht und das Gefühl hat, sein Gegenüber scheint eher abwesend zu sein. In diesem Moment würde ich manchmal zu gerne wissen, was der Andere denkt.  Eine Reaktion ist dabei verzögert und kann ganz anders sein als der Gedanke, den man im ersten Moment hat. Anstatt eines „das was du gerade erzählst klingt wirklich etwas übertrieben“, kommt nur ein „oh, das klingt aber interessant“. Doch ich kann es nicht wissen, denn wie heißt es schon in dem Volkslied: „Die Gedanken sind frei. wer kann sie erraten?“  

Diese Situation wird man wohl auch damals vorgefunden haben, als Salomo nach sieben Jahren Bauzeit den Tempel in Jerusalem mit einer fulminanten Feier einweiht.

Alle wichtigen Personen sind da, unzählige Opfertiere und Zeit sich zu unterhalten.

Salomo betet währenddessen vor der ganzen Menschenmenge und bittet dabei um einen Ort der Begegnung für Menschen mit Gott. Einem Ort, an den alle kommen dürfen, um angehört zu werden und mit Gott in Kontakt zu treten. Er betet dafür, dass Gott den Menschen das gibt, was ihnen zusteht, egal in welcher Situation.

Denn „du alleine kennst das Herz aller Menschenkinder“ (1.Könige 8,39). Was für eine Zusage. Denn Salomon weiß, was äußerlich sichtbar ist und gesagt wird, ist nicht immer das, was einen Menschen im Inneren bewegt. Gott beurteilt nicht nur unser äußeres Handeln, sondern auch unsere Gedanken und Motive.

Er weiß was unser Herz bewegt, beunruhigt, berührt, beschäftigt. Er weiß was ich brauche und kümmert sich darum, fürsorglich und persönlich. Er kennt mich und meine Gedanken, er versteht mich!

Tatjana Voll

Monatsspruch Mai:

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!   1.Petrus 4,10:

Wer in diesem Monat in der fortlaufenden Bibellese weiterliest, wird am 6.Mai genau diesen Text nochmals lesen.

Petrus schreibt an die Gemeinden in der heutigen Türkei. Ja, es ist der Petrus, den wir aus der Ostergeschichte kennen – der Jesus drei Mal verleugnet hat, bevor der Hahn zwei Mal kräht.

In diesem Brief tröstet Petrus die Gemeinde und mahnt sie den Glauben ernst zu nehmen. Ja, es ist nicht einfach sich zu outen. Die anderen feiern ihren Gottesdienst, der für Christen ein Götzendienst ist, sie feiern Feste bei denen ein Christ sich versündigen wird. Also, sagt Petrus, bleibt fern, outet euch, aber verurteilt die anderen nicht. Sondern zeigt ihnen, was ihr glaubt. Jesus ist für uns, für jeden von uns, gestorben und wieder auferstanden. Zeigt ihnen Gottes Liebe und Willen mit uns Menschen.

Wie soll die Gemeinde auf die Diskriminierung und den Spott reagieren? Sich zurückziehen, abschotten oder sich gewaltsam wehren?

Nein, sagt Petrus – so nicht. Zeigt und lebt eueren Glauben von Jesus, eurem Retter. Dient einander, d.h. gebt dem anderen etwas von dem weiter, was ihr von Gott empfangen habt.
Helfende Hände, Hoffnung weitergeben, einen guten Rat haben, trösten können, Mut machen, Freude schenken, einen (Aus-)weg zeigen – viele, viele Gaben hat uns Gott geschenkt. Und diese Gaben sollen wir weitergeben, an Christen und Nicht-Christen. Dazu dürfen, sollen und müssen wir die christliche Energiequelle nutzen – Jesus.

Stefan Weller hat dies so formuliert:


Was ich erträume, hast du schon getan. Seh ich den Weg nicht, gehst du ihn voran. Was ich auch denke bei Tag und bei Nacht, du, Gott, hast immer schon an mich gedacht.
Forme mein Wesen und führ meinen Sinn; bring mich zurück, wenn ich nicht bei dir bin.

Will meine Seele vor Sehnsucht vergehen, lass du ein Bild deiner Zukunft entstehn.

Volker Nerz

 

Monatsspruch April:

Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.  1.Korinther 15,42

Bald ist Ostern! Diese Nachricht geht im Moment völlig unter. Man hat den Eindruck, die Zeit scheint stillzustehen und sich nur noch um ein Thema zu drehen: Corona. Dieses kleine Virus hat es schon jetzt geschafft, mehr Aufmerksamkeit zu erregen, als es Ostern für viele Menschen jemals hatte.

Beides ist beunruhigend, denn es zeigt auf der einen Seite, wie leicht wir Menschen uns von einem Thema dermaßen in den Bann schlagen lassen, dass wir alles andere darum herum verdrängen. Andererseits zeigt es aber auch, dass das höchste Fest der Christenheit mit dem Weihnachtshype nicht mithalten kann und somit immer mehr an Bedeutung verliert. Gehen Sie mal am Ostersonntag in den Gottesdienst (dieses Jahr nicht, aber sonst) und Sie werden viel Platz haben.

Wahrscheinlich hängt die zunehmende Bedeutungslosigkeit von Ostern einfach auch am Thema. Eine Jungfrauengeburt vermarktet sich nun mal besser als ein mit der grausamsten Methode der Antike zu Tode gekommener Störenfried.

Aber die Osterbotschaft hat es wahrlich in sich. Durch die Auferstehung Jesu von den Toten hat sich das Leben durchgesetzt gegen Sünde und Tod. Sie sind besiegt und haben ihre Macht über uns Menschen für immer verloren.

Durch den Glauben an Jesu Christi wird das, was dem Tode und der Verwesung geweiht war, umgemünzt in Auferstehung und Ewigkeit. Das ist die Botschaft von Ostern und von unserem Monatsspruch. Der Monatsspruch beinhaltet dabei nur eines von insgesamt vier Gegensatzpaaren, die der Apostel Paulus verwendet, um uns die Kraft der Auferstehung vor Augen zu führen. Im weiteren Verlauf des Korintherbriefs wird aus Unehre Herrlichkeit, aus Schwachheit Kraft und aus dem natürlichen Leib ein geistlicher Leib.

Also ohne Tod keine Auferstehung, ohne Karfreitag kein Ostern, ohne das Ablegen von alten und vielleicht schlechten Gewohnheiten kein neuer Mensch! Wer das glaubt und damit die Osterbotschaft ernst nimmt, der hat genügend Hoffnung und Zuversicht, um sich vor nichts zu fürchten!

„Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!“

Martin Sautter

 

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.
Jahreslosung 2016: Jesaja 66, 17

Ein neues Jahr hat begonnen. Was wird es uns wohl bringen? Was erwarten wir von ihm, was befürchten wir? Bevor wir uns daran machen, die Chancen und Risiken der kommenden Monate abzuwägen, könnte es hilfreich sein, erst mal auf unsere eigene Stimmung zu achten. Wie gehe ich in das neue Jahr? Welche Angst und welche Sorge, welche Hoffnung erfüllt mich? Ist es bei mir etwa wie bei jenem Mann auf der Zeichnung. Sein mürrisches und griesgrämiges Gesicht spricht deutlich davon, dass er eben nichts Schönes und Gutes erwartet. Und wer nichts Schönes und Gutes erwartet und erhofft, der wird auch nichts anderes erfahren. Wer in Bitterkeit auf das neue Jahr schaut, wird auch Bitteres darin finden. Und so verstehe ich auch die Worte der Frau neben ihm: Das neue Jahr wird so wie du. Bin ich also wirklich offen für das neue Jahr? Kann ich Erfahrungen auch zurücklassen, um wieder neu zu wagen, was zum Leben gehört: Vertrauen nämlich. Wir erkennen Gott nur, wenn wir uns auf ihn einlassen, wenn wir ihn voll Vertrauen erwarten.

So ist es auch mit dem Trost, von dem die Jahreslosung spricht. Was man zu erleben hofft, das muss man auch erwarten und erhoffen. Gott tröstet uns – auf vielerlei Weise: durch sein Wort und Sakrament, durch freundliche und zugetane Menschen, durch Lieder und Musik, durch Bilder, durch wie überall hingetupfte kleine Zeichen also. Sie erscheinen uns nicht immer eindeutig. Sie sind aber alle Gottes Trost. Die Mutter oder der Vater, die trösten, brennen dabei auch selten riesige Feuerwerke ab, sondern nehmen uns in den Arm, streicheln behutsam über den Schmerz, kochen oder lesen etwas vor. Und verschaffen so etwas Abstand zum Unheil.

Von der Mutter und dem Vater erwarten wir es. Wir laufen zu ihnen hin, weil wir des Trostes bedürftig sind. So wünscht es sich auch Gott, denke ich mir: dass wir mit unserem inneren Kind uns ihm öffnen und von ihm erwarten, was wir brauchen, nämlich Trost. Und dann kann es gut werden, das neue Jahr. Dann kann es werden, was ich für möglich halte. Dann kann es werden, wie ich aussehe.

Michael Odenwald

 

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Das wichtigste Spiel im Vereinsfußball war beendet. Der FC Barcelona hat das Champions League Finale am 6. Juni 2015 gegen Juventus Turin gewonnen. Mitten in dieser emotionalen Partylaune, mittendrin im hochoptimierten kommerziellen Fußballgeschäft, zwischen italienischer Niedergeschlagenheit und spanischem Siegestaumel – mitten im Blitzlichtgewitter plötzlich ein klares Bekenntnis für Gott.

Einer der besten Fußballspieler der Welt, Neymar streckt den Pokal nach oben und weist doch über sein unglaubliches fußballerisches Können hinaus. Neymar steht im Mittelpunkt – doch stellt er jemand anderes über sich, über sein Talent, über den Erfolg. „100% Jesus“, so steht es auf seinem weißen Stirnband.

Das ist ein starkes Zeichen in heutiger Zeit. Ein persönliches Glaubensbekenntnis. Kurz und doch mit lebensbezogener Tiefe. Woran glaube ich? Aus welcher Hoffnung lebe ich? Woraus schöpfe ich Stärke? In der Sportwelt, meinem Arbeitsleben, in Beziehungen, im Erfolg, in der Niederlage, Neymars Stirnbandbotschaft ist ein Lied seiner persönlichen Biographie. Ein Lied für Gott, den Schöpfer, den Retter, den Begleiter. Gott, der Herr, ist mein Lied? Mit Liedern verbinden wir in der Regel etwas Positives. Oft singen wir, weil wir gut gelaunt sind. Dann erfreuen wir uns an unserem Leben und es fällt uns leicht, Gott zu danken und zu loben. Als Spitzensportler glaubt Neymar sicher auch an sich, seine Fähigkeiten, ans Team – aber dabei bleibt er nicht. Wird er auch ein Vorbild für uns?

„Meine Stärke und mein Lied ist der Herr, er ist für mich zum Retter geworden“ stammt aus der Zeit der Flucht  aus Ägypten. Nun erleben wir im Normalfall keinen Durchzug durchs Schilfmeer. Aber es kommt doch bei vielen Menschen immer wieder zu Situationen im Leben, die sie völlig aus der Bahn werfen und keine gute Perspektive zulassen. Dann ist es wichtig zu wissen, dass wir nicht allein sind auf dem Weg durch das Leben, durch eine Krise. Es ist gut zu wissen, dass der Gott, der Israel geführt hat, auch bei uns ist. Jesus Christus hat das in eindrücklicher Weise gezeigt und es uns zugesagt: Ich bin bei Euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Wenn wir uns darauf verlassen, dann werden auch wir sagen können: Gott ist mir zum Retter geworden. Durch ihn bin ich stark und ich kann davon ein Lied singen.

Oder eben so wie es auf Neymars Stirnband stand „100% Jesus.“

David Nerz

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…ein Tempel des Heiligen

Geistes…

Als Paulus seinen ersten Brief an die Gemeinde in Korinth verfasste, muss es dort ziemlich heftig herge­gan­gen sein. Es gab Streit in der Gemeinde, Anfeindungen zwischen verschiedenen Gruppierungen und Zügellosigkeit und auch Paulus selbst war wohl in Korinth alles andere als unumstritten. So findet er in seinem Schreiben deutliche, manchmal auch polemische Worte, um den Christen in Korinth deutlich zu machen, dass es nur einen Herrn gibt: den Gekreuzigten.

Sicherlich, die junge Christenheit hatte noch keine jahrhundertelange Tradition gehabt. Strukturen mussten noch wachsen, vieles hat sich erst noch finden müssen: Die Naherwartung, das Christus bald wiederkommen würde, wurde enttäuscht, das Bewusstsein, durch Christus von Schuld reingewaschen zu sein, führte zu missverstandener Freiheit von Regeln und Gesetz.

In diese Unsicherheit hinein, spricht Paulus diese Sätze, die auch heute nichts von ihrer Brisanz verloren haben: „Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes, Ihr gehört Gott, nicht Euch selbst.“

Auch für uns gilt: Ja, wir sind Befreite von der Last des Gesetzes. Wir werden nicht nach unseren Werken gerichtet werden. Durch den Gekreuzigten sind wir von dieser Bürde befreit. Aber heißt das auch, dass uns jetzt alles erlaubt ist?

Paulus macht deutlich, dass wir als Erlöste in einer ganz anderen Verantwortung stehen: Als Menschen, die wir durch die Liebe Gottes bestehen können, sollte man uns dies auch anmerken. Nicht, weil das von uns für unser Heil gefordert ist, nicht, weil das Gesetz es einmal so verlangt. Sondern weil der Geist Gottes in uns wohnt und wirken will, weil Gottes Liebe in uns Frucht bringen will.  Wenn wir bekennen, dass wir Gottes Kinder sind, wenn wir wollen, dass die Menschen uns das auch glauben, damit sie selbst Hoffnung in Christus finden können, dann sollten wir auch versuchen, „glaub-würdig“ zu leben.

Was glaubwürdig ist, kann man nicht in allgemeine Gesetze fassen, kann individuell sehr unter­schied­lich interpretiert werden und sicher auch zu Meinungsverschiedenheiten führen. Es meint aber immer, dass mein Denken und Handeln geprägt ist und gelenkt wird von der Liebe Gottes, die ich in mir spüre.

Zu diesem Anspruch der Glaubwürdigkeit, den wir als Glaubende an uns selbst stellen sollten, gehört aber immer auch der Zuspruch, dass Gott uns auch in den Situationen trägt, wenn wir diesem Anspruch einmal nicht gerecht werden.

Klaus-Dieter Kriegeskorte